Mopedauto-Kompass

Mopedauto: der große Ratgeber für Fahrer und Eltern

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Ein Mopedauto ist ein kleines, vierrädriges Leichtfahrzeug mit höchstens 45 km/h, das Jugendliche schon ab 15 Jahren mit dem Führerschein AM fahren dürfen. Es braucht keine Zulassung und keinen TÜV, nur ein Versicherungskennzeichen. In Deutschland waren Ende 2025 rund 46.000 Mopedautos versichert, fast 80 % mehr als 2022.

Was ist ein Mopedauto?

Rechtlich ist ein Mopedauto ein „leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug“ der EU-Klasse L6e. Für diese Klasse gelten feste Grenzen: höchstens 45 km/h, höchstens 6 kW Leistung und höchstens 425 kg Leergewicht. Die meisten Modelle haben zwei Sitze, ein Dach, Türen, Heizung und einen kleinen Kofferraum. Damit sind sie bei Regen und im Winter deutlich angenehmer als ein Roller.

Daneben gibt es die schwerere Klasse L7e mit bis zu 15 kW, die deutlich schneller als 45 km/h fahren darf. Für L7e reicht der Mopedführerschein nicht, dafür braucht man einen Pkw-Führerschein. Auf dieser Seite geht es, wenn nicht anders gesagt, um Mopedautos der Klasse L6e.

Wer darf ein Mopedauto fahren?

Seit dem 28. Juli 2021 dürfen Jugendliche in ganz Deutschland ab 15 Jahren mit dem Führerschein der Klasse AM fahren. Bis zum 16. Geburtstag gilt das nur im Inland. Wer schon einen Pkw-Führerschein der Klasse B hat, darf ebenfalls fahren, denn die Klasse AM ist darin enthalten.

Den AM-Führerschein macht man in der Fahrschule auf einem Roller, nicht im Auto. Die Theorieprüfung ist frühestens drei Monate, die praktische Prüfung frühestens einen Monat vor dem 15. Geburtstag möglich. Pflichtfahrstunden gibt es nicht, der Fahrlehrer entscheidet, wann man bereit ist. Laut einer Stichprobe bei Münchner Fahrschulen kostet der Führerschein insgesamt etwa 1.000 bis 1.500 €, je nach Fahrschule und Anzahl der Fahrstunden.

Wo man fahren darf, ist klar geregelt: innerorts, auf Landstraßen und in Tempo-30-Zonen ja, auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen nein. Kraftfahrstraßen erkennt man am blauen Schild mit dem weißen Auto.

Welche Mopedautos gibt es?

Der Markt teilt sich in zwei Welten.

Elektro-Stadtflitzer: Citroën Ami, Opel Rocks-e und Fiat Topolino sind sehr ähnlich gebaut. Sie sind kurz, leicht, günstig und werden an der normalen Haushaltssteckdose geladen. Die Reichweite ist für die Stadt und kurze Pendelstrecken gedacht. Diese Modelle haben den Markt in den letzten Jahren stark wachsen lassen.

Klassische Mopedautos: Ligier, Aixam und Microcar bauen seit Jahrzehnten Leichtfahrzeuge. Ihre Modelle sehen eher aus wie geschrumpfte Kleinwagen, haben oft mehr Ausstattung und fahren mit Diesel oder inzwischen auch elektrisch. Sie sind teurer, dafür gibt es sie in großer Zahl gebraucht.

Modell Antrieb Neupreis ab
Citroën Ami Elektro 7.990 €
Opel Rocks Elektro 7.990 €
Fiat Topolino Elektro 9.990 €
Aixam (z. B. Ambition) Diesel oder Elektro 10.390 €
Microcar Myli Diesel oder Elektro ca. 13.000 €
Ligier JS50 Diesel oder Elektro ca. 15.000 €

Alle Modelle mit technischen Daten findest du in der Modellübersicht.

Was kostet ein Mopedauto?

Der größte Posten ist der Kaufpreis. Neu reicht er von knapp 8.000 € für die einfachen Elektro-Modelle bis über 20.000 € für gut ausgestattete Ligier oder Aixam. Gebraucht findet man ältere Diesel-Modelle ab etwa 4.500 €, jüngere Fahrzeuge kosten schnell 10.000 € und mehr.

Danach wird es günstig: Kfz-Steuer und Hauptuntersuchung fallen weg. Es bleiben das Versicherungskennzeichen, Strom oder Diesel, Wartung und Verschleißteile wie Reifen und Bremsen. Die Versicherung hängt stark vom Alter des jüngsten Fahrers und vom Versicherer ab, ein Vergleich lohnt sich. Das Versicherungsjahr beginnt immer am 1. März, dann braucht man ein neues Kennzeichen.

Alle Posten mit Rechenbeispielen stehen in Was kostet ein Mopedauto im Jahr?.

Wer nicht kaufen will, kann leasen. Für Citroën Ami, Opel Rocks-e und Fiat Topolino gibt es Angebote ab etwa 50 bis 70 € im Monat.

Wie sicher ist ein Mopedauto?

Ein Mopedauto schützt besser als ein Roller: Man sitzt in einer Kabine, ist bei Regen trocken und mit Gurt angeschnallt. Mit einem Kleinwagen ist es aber nicht vergleichbar. Airbags, ESP und Notbremsassistenten sind nicht vorgeschrieben, und die Gewichtsgrenze von 425 kg lässt wenig Platz für Sicherheitstechnik.

Euro NCAP hat 2016 vier schwere Leichtfahrzeuge im Crashtest geprüft. Drei bekamen einen von fünf Sternen, eines zwei Sterne. Ein Kleinwagen erreichte unter denselben Bedingungen fünf Sterne. Auch die Versicherer fordern inzwischen strengere Sicherheitsvorgaben. Das heißt nicht, dass Mopedautos gefährlich gefahren werden müssen, aber Eltern sollten den Unterschied zum Auto kennen und mit dem Kind über vorausschauendes Fahren sprechen.

Ist Tempo 45 ein Risiko?

Innerorts schwimmt ein Mopedauto gut im Verkehr mit, dort wird ohnehin oft nicht schneller als 50 km/h gefahren. Auf Landstraßen sieht es anders aus: Wer mit 45 km/h unterwegs ist, wird von Autos und Lkw mit deutlich höherem Tempo überholt. Das führt zu knappen Überholmanövern und ungeduldigen Fahrern dahinter, besonders auf kurvigen Strecken und bei Dunkelheit.

Daraus folgt nicht, dass man auf Landstraßen nicht fahren darf. Es lohnt sich aber, die Strecke bewusst zu wählen: lieber über Ortsdurchfahrten und Nebenstraßen, bei Dunkelheit und Nebel nur wenn nötig, und immer mit Licht. Ein Fahrsicherheitstraining hilft gerade jungen Fahrern, Gefahren früher zu erkennen.

Neu, gebraucht oder leasen?

  • Neu kaufen lohnt sich, wenn das Mopedauto lange gefahren wird und du Garantie und aktuelle Technik willst.
  • Gebraucht kaufen ist der günstigste Einstieg. Der Zustand schwankt aber stark, und bei Privatkäufen gibt es keine Garantie. Was du prüfen solltest, steht in unserer Checkliste zum Gebrauchtkauf.
  • Leasen passt, wenn das Mopedauto nur für zwei, drei Jahre gebraucht wird, bis der Autoführerschein kommt. Die Monatsrate ist planbar, am Ende gibt man das Fahrzeug zurück.

Alle drei Wege vergleichen wir ausführlich in Mopedauto kaufen: neu, gebraucht oder leasen?.

Quellen

Häufige Fragen

Ab wie vielen Jahren darf man ein Mopedauto fahren?

In Deutschland ab 15 Jahren mit dem Führerschein der Klasse AM. Bis zum 16. Geburtstag gilt die Fahrerlaubnis nur im Inland.

Braucht ein Mopedauto eine Zulassung oder TÜV?

Nein. Mopedautos der Klasse L6e brauchen keine Zulassung, keine Hauptuntersuchung und keine Kfz-Steuer, sondern nur ein Versicherungskennzeichen.

Wie schnell fährt ein Mopedauto?

Mopedautos der Klasse L6e fahren bauartbedingt höchstens 45 km/h.

Darf man mit einem Mopedauto auf die Autobahn?

Nein. Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind tabu, weil dort eine Mindestgeschwindigkeit gilt. Landstraßen und alle Straßen innerorts sind erlaubt.

Was kostet ein Mopedauto?

Neu beginnen die Preise bei knapp 8.000 Euro für Elektro-Modelle wie Citroën Ami oder Opel Rocks-e. Klassische Modelle von Ligier, Aixam oder Microcar kosten neu meist 10.000 bis 20.000 Euro, gebraucht gibt es sie ab etwa 4.500 Euro.